August 1945 war er Pilot des nach seiner Mutter benannten B-29-Bombers Enola Gay, aus dem um 8:15 Uhr die Atombombe Little Boy über der japanischen Stadt Hiroshimaabgeworfen wurde. "Singvögel und Raben waren auch nicht mehr da." "Jungs, ihr habt gerade die erste Atombombe der Geschichte abgeworfen! "Derartige Befriedigung empfand nicht jedes Mitglied der Besatzung. Um der Erblindung angesichts des Gleißens der Detonation zu entgehen, hatte jeder zudem eine Schutzbrille angelegt.Während Tibbets begeistert war, herrschte unter seiner Besatzung eher Entgeisterung.
Plötzlich krachte es, eine Detonation erschütterte den Boden. "Rund 9000 Meter über der Stadt klinkte die "Enola Gay" um 8.15 Uhr "Little Boy" aus. Hiroshima war bis dahin als eine von wenigen japanischen Großstädten von Bombardierungen verschont geblieben. Während die Amerikaner eine riesige Party feierten, war der Fotograf Yoshito Matsuhige im sterbenden Hiroshima kaum in der Lage, Fotos des Schreckens zu machen: "Meine Tränen ließen den Blick durch den Sucher ganz verschwimmen. Es stellte sich heraus, dass seit Monaten Agenten seine Vergangenheit durchleuchteten und Verwandte, Freunde und Kameraden befragten. Warum sie derart selbstmörderisch fliegen sollten, traute sich kein Flieger zu fragen. Atomare Wüsten: Und erklärte, dass er den Einsatz nur anordnen würde, wenn der Kommandant neben ihm als Co-Pilot Platz nehme.
(Quelle: Courtesy Everett Collection/imago images)Hiroshima am 6. Am 6. "Wenn Sie Erfolg haben, sind Sie ein Held", gab ihm der Offizier mit auf den Weg. Beide mussten nackt zum Stützpunkt zurückkehren.Bitterer Ernst herrschte auf Tinian dagegen in den frühen Morgenstunden des 6. "Nicht, dass ich wüsste", antwortete der Pilot. Damit wir antworten können, geben Sie bitte
Denn am Steuer der B-29 hatte mit Paul Tibbets ein in den In den frühen Morgenstunden des besagten Augusttages war Tibbets mit seiner Besatzung auf der Marianen-Insel Tinian gestartet. Um 2.45 Uhr startete Paul Tibbets mit einer B-29 zur wichtigsten Mission seines Lebens, im Bombenschacht eine viereinhalb Tonnen schwere Atombombe namens Little Boy. Das war Tibbets in der Tat. Im Niemandsland der Strahlenkatastrophe
Die Leidenschaft fürs Fliegen stieß bei Tibbets Vater allerdings auf wenig Verständnis. Doch am 6. Als "Beleidigung der ungezählten Toten" bezeichnete Hiroshimas Stadtoberhaupt Tibbets "Auftritt" in Texas. Armee sowie die 5. Vor vielen Jahren hatte ihn ein Ordnungshüter in flagranti mit einem Mädchen in seinem Auto erwischt. Der Todespilot, der niemals Bedauern zeigte. Unter den Besatzungsmitgliedern der "Enola Gay" herrschte Stille im Angesicht des von ihnen entfachten Infernos. An Bord seines Flugzeugs befindet sich eine Atombombe mit dem harmlos klingenden Namen "Little Boy". In Japan kam es hingegen zu Protesten. Bedauern für die Auslöschung Zehntausender zeigte er nie - und stellte das Inferno sogar in einer bizarren Show nach. Daher war es Truppensammelpunkt und diente zur Lagerung kriegswichtiger Güter. Nur der Motorenlärm vom Himmel störte die Idylle. Tibbets, ein Liebhaber der Tabakpfeife, vertrieb sich die Zeit auf dem langen Flug durch die Weiten des Pazifiks mit Rauchen. Immer wieder wurde der Pilot in den folgenden Jahrzehnten befragt, wie er sich angesichts der vielen Umgekommenen fühle. Ihre E-Mail-Adresse an. Stets beteuerte er, dass der Atombombeneinsatz sogar Leben gerettet habe, weil eine US-Invasion Japans viel mehr Opfer auf beiden Seiten gefordert hätte. Rund 13 Kilometer schraubte sich allein der Atompilz in die Höhe. Jedes der Besatzungsmitglieder hatte seinen persönlichen Glücksbringer an Bord. Foto: Jacqueline_Hernandez/ picture-alliance / dpa/dpaweb Erst recht, als die B-29 auf dem Flugfeld bei Harlingen, Texas, landete und Paul Tibbets den Flieger verließ - der Mann, der als Pilot des amerikanischen Bombers "Enola Gay" am 6.
40.000 Militärangehörige waren in Hiroshima stationiert. "Selbstmord", kritisierte Tibbets. Während ein gewaltiger Rauchpilz in die Höhe stieg, war das Kampflugzeug längst wieder auf dem Weg zurück.Doch statt Entsetzen herrschte Jubelstimmung am Boden, als die Explosion ertönte. Daher studierte der spätere Hiroshima-Pilot zunächst Medizin. Nach dem Abwurf von "Little Boy" war der Pilot eine scharfe Kehre geflogen, um der eigenen Vernichtung zu entkommen. "Ich hatte nie eine schlaflose Nacht, nur weil ich die Bombardierung befehligte", sagte Tibbets.Das Fliegen hatte Tibbets bereits als kleines Kind fasziniert. Dort konnten sie "nach Herzenslust mit jedem Eisbären oder Walross plaudern, das ihnen zuhören wollte", sagte Tibbets später.Bei seinen Männern war Tibbets respektiert - auch wegen seines Humors. Ziel: die japanische Hafenstadt Hiroshima. Durch den Einsatz kamen samt den Spätfolgen zwischen 70.000 und 166.000 Menschen ums Leben. Gegen halb Acht gab Tibbets seiner Crew endlich das Angriffsziel bekannt: "Es ist Hiroshima. Mit zwölf Jahren stieg er zum ersten Mal in die Lüfte hinauf: Als Co-Pilot bombardierte er bereits damals Menschen - allerdings mit Schokoriegeln und Kandisstangen an kleinen Fallschirmen während einer Werbeaktion.